Lesung mit Ulrike Draesner

Trägerin des Nature Writing Preises 2020

Wir freuen uns, Ulrike Draesner für eine Lesung mit anschließender Diskussion gewonnen zu haben. Sie wird mit uns fragen "Was weiß die Hand, was weiß die Kunst, was weiß die Sprache?".

 

In der Veranstaltung stellt Ulrike Draesner anhand von zwei unterschiedlichen eigenen Arbeiten vor, in welche Verhältnisse Sprache zu unserem „Wissen“ von „Natur“ treten kann. Die Fragen „was weiß die Hand“, „was weiß die Kunst“, „was weiß die Sprache“ bilden das Gerüst der Denk- und Wissensbewegung des Abends.

 

Draesner wird einen Auszug aus ihrem Roman Schwitters (erschienen 2020) vorstellen, der zeigt, wie Schwitters Elemente der Natur des Lake District in seinen letzten Merzbau überträgt, was der Roman wiederum in Sprache übersetzt. Künstler*innen denken und wissen mit der Hand, Dichter*innen mit Körperrhythmus und Atem. Wie werden diese Formen nicht-sprachlichen Wissens in Sicht- und Sprechbarkeit übersetzt? Welche Rolle spielen Kunst und Literatur im Wissensreservoir einer Gesellschaft?

 

 

Für Draesner ist Sprache ein immenser historischer, kollektiver Speicher von Wissen über Menschen und Umwelt. Seelische, psychische, physische Reaktionen und Verhältnisse sind in Metaphern und Redewendungen bewahrt. Sie halten Erlebtes nicht nur fest, sondern formen es. Im Zeitalter des Anthropozäns kommt es in besonderem Maß darauf an, (um)weltgerechte Sprachen zu finden, die ein Mitreden aller Kritter (Kreaturen in ihrer reziproken Verbundenheit, nach Donna Haraway) ermöglichen. Draesner wird Auszüge aus dem noch unveröffentlichten Essay über die Arktis vortragen, für den sie den Nature Writing Preis 2020 erhielt.

Die Veranstaltung findet statt

in Neustadt am Rbge 

am 27. Juli 2021 um 19:00 Uhr

im Rosenkrug in der Nienburger Straße 28